Neues Hauptquartier

Zusammen mit meiner nigelnagelneuen Website, ist auch mein Blog mit umgezogen. Ihr findet ihn unter: http://annebarth.de/projects/

Das heißt auch, dass dies hier vermutlich der letzte Artikel auf zwanzigtausend sein wird, auch wenn ich die Seite (vorerst) nicht löschen werde. Die Email-Abos sind mit umgezogen, die restlichen Follower würde ich bitten sich noch mal neu zu verknüpfen.

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Geräusche der Tiefe

Ich liebe es mit dem Zug zu fahren. Das gleichmäßige Rattern über die Schienen, die Geschwindigkeit, mit der die Welt an einem vorbeizieht. An keinem Ort habe ich so viele Ideen und Konzepte entwickelt wie im Zug. Manchmal, wenn ich meine Gedanken gar nicht sortiert kriege, setz ich mich in den Zug und fahre irgendwo hin. Kopfhörer auf den Ohren, um die Außenwelt etwas ferner zu halten, auf den Knien ein Block und ein Bleistift. Hier ist mein magischer Ort, an dem meine Kreativität Raum findet. Vielleicht auch der umschließenden, eintönigen Gleichmäßigkeit geschuldet, die im Kopf zu Farben und Formen transformieren kann, um neue Welten zu erschaffen.

 

Things are changing

IMG_9287.JPGDie Zeit zum Schreiben war rar, trotzdem – oder eher weil – die vergangenen Tage nicht von Untätigkeit geprägt waren.

Die letzte Woche verbrachte ich auf dem Geläden vom TPZAK, und war zusammen mit meiner besten Freundin und Kollegin Ina beim Kindekultursommer, NRWs größtem Ferienprogramm für Kinder. Großartige Unterstützung bekamen wir über die Lebenshilfe von einer Sonderpädagogin, Isabelle. Wir boten einen kreativen Fotoworkshop an. In einer inklusiven Gruppe beschäftigeten wir uns mit Portraitfotografie, Collagen, Perspektiven, Tricks zum Aufnehmen undFullSizeRender1.jpg gingen in die Dunkelkammer, um mit einer selbst gebauten Lochbildkamera Bilder zu entwickeln. Natürlich mit einer Ausstellung zum Abschluss.

Eine so intensive Arbeit mit Kindern war mir neu und ich war überwältigt, wie viel Kreativität und Offenheit mir begegneten.

Im Winter geht es mit Workshops für Erwachsene weiter, dann an der VHS-Düren.

Daneben arbeite ich auf Hochtouren daran meine Website komplett umzugestalten, wie immer mit unschätzbarer Hilfe von dem Webmaster meines Vertrauens. Mit dem großen Vorhaben mehr, aber dafür weniger textlastig, zu bloggen.

 

 

Total developing darkness

Mein inzwischen schon ein paar Jahre zurück liegendes Mineralogiestudium brachte mich das erste Mal in eine Dunkelkammer, um Filme einer Röntgenstrukturanalyse zu entwickeln. Von (Analog-)Fotografie hatte ich zu der Zeit noch wenig Ahnung.

Die Filmentwicklungen zu Hause habe ich immer ohne DuKa hinbekommen, da ich den Film in zwei übereinander gezogenen schwarzen Müllsäcken in die Entwicklerdose bringen konnte. Das gestrige Projekt zwang mich aber dazu mich endlich den Schritt zu gehen und mein Badezimmer mit Hilfe von Molton und Klebeband in tiefstes Dunkelheit zu tauchen, und mich meinem Jugendtraum eines eigenen Labors etwas näher zu bringen. Aber ich muss etwas ausholen.

Vor einigen Wochen baute ich zusammen mit meiner Kollegin und besten Freundin Ina eine Lochbildkamera. Wir dachten lange über verschiedene Varianten nach, die Streichholzschachtelkamera hatte es uns anfangs sehr angetan, entschieden uns dann schlussendlich doch für das klassische Pappmodell in 9×13. Beim ersten Anlauf benutzten wir für die Rückseite Pergamentpapier, und erschufen uns so eine Mattscheibe. Aber durch das wirklich kleine Loch war es sehr schwer mehr als nur scherenschnittartige Bilder, und diese auch nur gegen die Sonne, zu erkennen.

Gestern ersetzten wir dann das Rückteil unserer Pappkamera durch einen undurchsichtigen Deckel, in den wir Fotopapier legten (jetzt macht auch die 9×13 Sinn^^) und mit zwei bis fünf Schichten Gaffer-Tape fest mit der restlichen Kamera verklebten, bis alles lichtdicht war.

Die Belichtungszeit versuchte ich anfangs zu berechnen, war aber nicht in der Lage rauszufinden, welche Lichtempfindlichkeit unser Fotopapier hatte. Nach einem educated guess starteten wir mir 15 Sekunden Belichtungszeit, was sich im Nachhinein als +/- die richtige Zeit herausstellte.

Das Papier entwickelten wir – ihr denk es euch vermutlich schon – in Caffenol. Fixierer habe ich inzwischen in Pulverform in einer Großpackung zu Hause, um mir bei Bedarf welchen anrühren zu können. Vom Ergebnis war ich wirklich überrascht. Nicht nur, dass die Caffenol-Entwicklung beim Papier um Größenordnungen besser funktionierte als bei den Filmen, die Fotos waren auch extrem scharf und detailreich. Mit einer simplem Pappkamera, die insgesamt keine 3 € gekostet hat.

Aus Gründen entschieden wir uns bei der Wahl des Papieren für „normales“ Foto- und gegen Direktpositivpapier. Somit hielten wir nach der Entwicklung zunächst ein papiernes Negativ in Händen. Um auch ein Positiv zu erhalten, machten wir einen Nassabklatsch / Kontaktabzug (an dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön an die zahlreichen Tipps und Ratschläge, die ich im Vorfeld von einigen, lieben Menschen erhalten habe). Nach der großen Begeisterung über das Negativ, war die Qualität des Positivs erschreckend viel schlechter. V.a. die Kontraste litten stark. Über eine Belichtungsreihe konnten wir den Abzug noch etwas verbessern, aber für mehr als Demonstrationszwecke würde ich dieses Verfahren nicht einsetzen. Vermutlich hat die Kombination aus Caffenol und dem Trägermaterial Papier, statt wie bei (Negativ-)Filmen Zelluloid, die Kontraste zu sehr abgesenkt. Vielleicht muss ich die Entwicklungszeiten auch noch etwas anpassen.

Hier dann auch die Ergebnisse:

Als erstes fotografierten wir die Straße, mit Ina als Modell relativ in der Mitte. Die „Beule“ an der Seite des Bildes ist einem kleinen Konstruktionsfehler der Kamera geschuldet, weil der Deckel etwas zu klein geraten ist und somit die Pappbox verbeulte. Das Bild hab ich im Compi einmal quick&dirty invertiert, damit man etwas besser erkennen kann, wie gut die Kamera an sich funktioniert. Für die Kontaktabzüge machten wir drei verschiedene Belichtungen.

Das zweite Bild machten wir um sicher zu gehen, dass die schlechte Bildqualität der Abzüge nicht daran liegt, dass der Entwickler evtl. schon abreagiert ist. Unsere Kamera hatte bis dato schon ein wenig vom ganzen mit Kleber entwickeln und diesen wieder abfriemeln schon etwas gelitten, wodurch eine zweite Beule entstanden ist. Wie gesagt, Prototyp. Die Kontaktabzüge machten wir mit vier verschiedenen Belichtungszeiten, beim letzten Bild legten die Fotopapiere beim Kontaktabzug anders herum aufeinander, wodurch es im Vergleich zu den anderen gespiegelt ist. Den besten Abzug erhielten wir, als wir mit einem Baustrahler für 7 Sekunden (Abstand Fotopapier – Lampe ca. 50 cm) belichteten.

Trotz der verhältnismäßig schlechten Bildqualität des Positivs bin ich alles in allem sehr begeistert und weiß jetzt, was meine nächsten Schritte sein werden. Ein großer Unterschied zwischen Papier- und Filmentwicklung war die Zeit. Die Filme habe ich bisher (nach Anleitung) 15 Minuten lang entwickelt. Bei den Papierbildern konnten ich den Entwicklungsvorgang beobachten, sie waren nach ca. 5 Minuten fertig. Ich hab keinerlei Ahnung, wie sich Trägermaterial und Zusammensetzung der Fotoemulsion auf die Entwicklungsdauer auswirkt, aber die Entwicklungszeit  ist auf jeden Fall ein Faktor, den ich mir bei den nächsten Filmentwicklungen genauer ansehen und nach Möglichkeit optimieren werde. Möglicher Weise kann ich so die bei den Filmen auftretende extreme Braunfärbung etwas verringern, aber evtl. werde ich dort auch mittelfristig vom Caffenol Abstand nehmen. Ich finde es großartig meine Chemikalien aus einfachen Mitteln selbst zusammen zu mischen, aber wenn es nicht funktioniert (was mir von einem erfahrenen Analogfotografen zugetragen wurde), möchte ich auch nicht unnötig lange daran festhalten. Für die Papierentwicklung würde ich es nach meinem derzeitigem Erfahrungsstand auch weiterhin benutzen. Als zweites möchte ich an der Lochbildkamerafront weiter kommen und statt Fotopapier auch hier mit Filmen o.ä. arbeiten. Und zuletzt bleibt da noch „richtige“ Abzüge von Negativen zu machen. Der verregnete Herbst kann also kommen, damit ich nicht die schönen Sonnentage in Dunkelheit verbringen muss.

 

Caffenol again

Trotz reichlich viel Digitalfotografie in den letzten Tagen, bin ich ein wenig an der Caffenol-Front weiter gekommen. Von meinem letzten Film habe ich im Fotolabor einen Kontaktabzug machen lassen, um eine grobe Idee zu bekommen, wie die mit Caffenol entwickelten Bilder am Ende aussehen.

Die Belichtungsmessung muss ich noch in den Griff bekommen, wobei ich mich noch etwas mehr mit meinem Belichtungsmesser auseinander setzen muss. Alternde Selen-Zellen hat er zum Glück mal nicht, aber Schwankungen, abhängig von dem Batteriealter wurden mir zugetragen. Ob / was dahinter steckt, weiß ich zur Zeit noch nicht. Aber eins nach dem anderen.

Die mit Caffenol entwickelten Filme hatten ja einen deutlichen Braunschleier. Inzwischen habe ich jemanden getroffen, der auch schon mal mit Caffenol experimentiert hatte. Er machte mir wenig Hoffnung und empfahl mir einen fertigen Entwickler zu kaufen, warf aber auch Vitamin C als Fehlerquelle in den Raum. An diesem Rädchen werd ich bei der nächsten Entwicklung drehen.

Hier aber ein kleiner Blick auf die ersten Ergebnisse (nur gescannt, nicht weiter bearbeitet). Die Unschärfe ist den Kontakten geschuldet. Da ich die Bilder nicht habe einzeln abziehen lassen (sondern alle auf einer DinA4-Übersicht), blieben die Filme beim Erstellen des Abzugs in Plastikfolien, wodurch die Schärfe leidete.

Vom sepiaähnlichen Look bin ich sehr angetan, und auch begeistert, dass z.B. der Himmel beim linken Bild nahezu weiß ist und (fast) keinen störenden Braunschleier mehr ausweist. Wenn ich diesen durch eine andere Entwicklung noch etwas in den Griffe bekommen sollte, sehe ich Potential, zumindest für gewisse Anwendungszwecke, bei denen es nicht um das *perfekt* entwickelte Bild geht. Auch wenn in dieser Aussage sicher viel Konfliktpotential steckt – ich hab die entsprechende Unterhaltung erst vor ein paar Tagen geführt. Für mich geht es hier mehr um den Prozess an sich. Den Bildern und dem Entwicklungsprozess so nah wie möglich zu kommen. Einfach eine Flasche mit fertigen Chemikalen aufzudrehen reicht mir nicht, dafür habe ich schon viel zu viel Zeit in Laboren verbracht.

Mit dem erstellen von Abzügen hab ich mich noch nicht auseinander gesetzt, aber offenbar ist da noch einiges aus den Bilder zu holen. Dafür fehlt es mir momentan aber noch am geeigneten Ort, um mir eine Dunkelkammer einrichten zu können. Somit muss ich diesen Schritt noch in die Hände des Fotolabors geben. Aber auch dazu werde ich noch kommen, dessen bin ich mir sicher.

Aus dem Ei gepellt

Ein Frage die mir immer wieder gestellt ist, ist die nach unbearbeiteten Bilder. Warum ich diese nicht rausgebe, da sie doch da sind und es doch schöner wäre, wenn sich jemand an denen erfreuen könnte, statt sie auf meiner Festplatte versauern zu lassen.

Es überrascht mich immer wieder was mir für diverse Meinungen zur Bildbearbeitung haben. Mir begegnete absoluter Ablehnung (aus verschiedenen Gründen), dem Zweifel ob das nötig sei und der Ansicht, dass das ja mit dem Computer alles wie von selbst ginge. All dem möchte ich widersprechen.

Für mich ist ein Bild nicht fertig ist, wenn es nicht bearbeitet ist. Damit meine ich keinen extremen HDR-Look oder effektvolle Kompositionen in Photoshop, sondern feine Retuschearbeiten. Wenn sie nicht sich nicht aufdrängen, um so besser. Ohne diesen Feinschliff sind die Bilder nur eine Rohfassung, nicht entwickelt, um die Brücke zur Analogfotografie zu schlagen. Das was früher die Dunkelkammer war, der Ort, an dem die Fotografen noch mal das beste aus Ihren Fotografien heraus kitzeln konnten, steckt halt jetzt im Computer. Damit verfälsche ich ein Bild nicht mehr oder weniger, als es früher beim Entwickeln übers Nachbelichten, Abwedeln oder der Anpassung des Kontrastes über die Wahl eines bestimmten Entwicklers gemacht wurde. Und wenn ich nicht schnell einen Instagram, Hipstamatic o.ä. Filter drüber lege, steckt auch beliebig viel Arbeit im Detail.

Um diesen kleinen schriftlichen Exkurs nicht zu sehr ausufern zu lassen, hier ein Beispiel:

Links out of the box. Rechts die bearbeitete Version. An welchen Stellen ich retuschiert habe, soll das nächste Bild etwas verdeutlichen.
_DSC3203-Kopie.jpgNur das Grobe: Tonwertkorrekturen, Kontraste und Weißablgeich zunächst global, im Detail dann aber für Person und Hintergrund separat. Auch Tasche und Gesicht habe ich noch mal gesondert behandelt. Den Hintergrund oben links ein wenig aufgehellt. Den Haaren habe ich mehr Kontrast und Struktur gegeben, den Lichtreflex entfernt, genau wie die unschöne Stelle im Holz der Brücke und den Ast der ins Bild hing. Sicher auch ein paar Details an der Haut etc.  Hoffe ich hab nichts gravierendes vergessen, die Bearbeitung dieses Bildes ist schon etwas her, aber fand es an diesem Beispiel einfach sehr gut zu erkennen.

Also ab an die Tasten und den nächsten Photoshop-Level durchspielen!

 

 

Filmentwicklungs-Versuchsküche mit Caffenol

Vor einiger Zeit bekam ich eine analoge Hasselblad 1000F, eine Mittelformatkamera aus den 50er Jahren, zusammen mit einer Dunkelkammerausrüstung geschenkt. Anfangs etwas überfordert, gesellte sich ein Belichtungsmesser (Lunasix 3) dazu, wodurch ich mich langsam nicht mehr ganz so orientierungslos durch die analogen Welt bewegte.

Was mich weiterhin lockte war das Entwickeln. Und nachdem ich den ersten Film erfolglos verschossen hatte (man glaubt gar nicht, wie kompliziert es sein kann einen Film richtig einzulegen), beschloss ich völlig unwissenschaftlich an allen Schrauben gleichzeitig zu drehen. Bestellte mir Entwicklungschemikalien, verschiedene Filme und nahm neben der Hasselblad noch die alte Agfa Clack (+/- 1960) meiner Mutter ins Experiment mit auf.

Die Entwicklung des ersten Films (mit der Hasselblad aufgenommen) funktionierte erstaunlich gut. Zwei übereinander gezogenen schwarze Müllsäcke ersetzten mit die Dunkelkammer, um den Film sicher vor Licht geschützt auf die Spule zu wickeln und im lichtdichten Tank zu verstauen. Meine Freude war groß aber es vergang fast ein Jahr, bis ich den nächsten Film (diesmal mit der Agfa Clack) verschossen und bereit zur Entwicklung hatte.

Film aufgespult und alle Chemikalien bereit gestellt fiel mir recht bald auf, dass der Entwickler nach der Zeit vermutlich nicht mehr gut ist. Warten wollte ich *natürlich* nicht, aber das Internet wusste wie so oft eine Lösung: Filmentwicklung mit Caffenol (=Kaffeesäure). Dieses lässt sich sehr einfach aus Kaffee, Soda und Ascorbinsäure zusammenrühren und ersetzte den Entwickler (und nein, das ist dann nicht „ohne Chemie“, oder gar ein „Bio-Entwicker“, wie es in manchen Blogposts so schön heißt, man hat die Chemie nur einfach selbst gemacht 😉 *Klugscheißermodus of* ). Auch hierbei erhielt ich ein Ergebnis. Im Vergleich zum konventionellen Entwickler war der Film wenig kontrastreich und hatte einen starken Grauschleier, dem man, wie ich nachlas, mit der Zugabe von ein wenig Kaliumbromid entgegenwirken kann.

Mit der Agfa Clack hatte ich zwei Filme verknipst, also beschloss ich den zweiten (von einem anderen Hersteller) mit durch KBr verbesserter Rezeptur zu entwickelt. Dies tat ich, und war angetan. Zwar noch nicht beim perfekten Ergebnis angelangt, schien ich mich grob in die richtige Richtung zu bewegen.

Ein wenig Recherche im Internet brachte mich zur 124-Seiten starken Caffenol-Bibel, die ich jedem, der sich weitergehend mit dem Thema beschäftigen will nur wärmstens ans Herz legen möchte. Viele Informationen die ich bis dahin gefunden hatten waren ungenau, unzureichend oder verwirrend. Und auch mein Post hier soll nur eine Richtung weisen und für mich selbst eine Gedankenstütze sein.

Anders als bei meinen bisherigen Rezepten, wurden hier die Zutaten mit Gewichts- statt Volumenangaben versehen, wodurch präziseres Arbeiten möglich war. Auch die Mengenverhältnisse unterschieden sich stark. Ich habe mich an dem Caffenol-C-H-Rezept orientiert, allerdings nicht gekippt (weil das mit meiner Entwicklerdose nicht geht), sondern geschwenkt und das auch nur 1 mal pro Minute, da der Film komplett im Caffenol steht.

Erstaunlicher Weise waren die Ergebnisse mit dem der vorherigen Π-mal-Daumen-Entwicklung vergleichbar.

Ich werde also weiter experimentieren.

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Für nachahmungsfreudige, hier in Kurzfassung mein Rezept, ganz leicht anhand der Kommentare abgeändert vom Caffenol-C-H-Rezept aus dem o.g. Buch:

  • 1 l Wasser
  • 40 g lösliches Kaffeepulver (natürlich nicht von Nestlé 😉 )
  • 52 g Soda (Natriumcarbonat, gibts beim dm)
  • 16 g Ascorbinsäure (= Vitamin C, Zitronensäure ist was anderes, gibts auch beim dm)
  • 2 g Kaliumbromid (im Internet hab ich das kg für ca. 16 € bestellt, in der Apotheke kosteten 100 g 22 €. Hab mehr als genug, schreibt mich an, wenn jemand was haben möchte.)
  • Fixierer

Beim ersten Film hab ich diesen vor der Entwicklung für 5 Minunten gewässert. Das Wasser war danach sehr grün, es wurde also irgendwas rausgelöst? oder ich weiß nicht, auf jeden Fall war mir das zu unsicher und ich hab es danach sein gelassen.

Checkt vor dem ersten Versuch euer Soda bzgl. des Wassergehaltes, damit die Mengenverhältnisse stimmen!

Wie auch im Originalrezept zu lesen, habe ich Kaffee und Soda getrennt voneinander gelöst. Wichtig hierbei lang genug zu warten und zu rühren, bis sich wirklich alles gelöst hat. KBr und Vitamin C habe ich zur Kaffee-Lösung gegeben, und als letzten das gelöste Soda dazu.

Die Lösung wird tiefschwarz und es riecht etwas unangenehm nach Aquarium. Aber es ist auszuhalten.

Kurz warten und rühren, bis keine Bläschen mehr aufsteigen o.ä.

Timer auf 15 Minuten, ab in den Tank mit der Lösung. Diesen ein paar mal auf den Boden klopfen, damit sich eventuelle Luftblasen lösen und gut schwenken (ca. 5 Sekunden). Das dann ein Mal pro Minute wiederholen. Nach Ablauf der 15 Minuten entleeren, 5 mal waschen und 5 Minuten fixieren (inkl. minütlichem Klopfen und Schwenken). Film aufhängen, trocknen lassen, fertig.